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Etwa 400 Fahrgäste nahmen am Sonntag das Angebot der Lappwaldbahn und Dampflokgemeinschaft zu einer Fahrt mit einem gerade restaurierten Esslinger Triebwagen zwischen Weferlingen und Altenhausen an. Rund 150 fuhren auf einer Lok in Richtung Grasleben mit. Mit dem Bahnhofsfest in Weferlingen fiel symbolisch auch der Startschuss für die touristische Erschließung der stillgelegten Bahnstrecke Weferlingen – Haldensleben.
Weferlingen. Wäre der Eisenbahnverkehr auf der Weferlinger Bahnstrecke am Sonntag der Maßstab gewesen, hätte das Verkehrsministerium 1998 sicher nicht entschieden, die Strecke 1999 für den Personenverkehr stillzulegen. Damals waren mindestens 300 Fahrgäste am Tag der Maßstab für den Erhalt der Strecke. Doch soviel waren hier nicht täglich unterwegs. So fahren seit sieben Jahren fast nur noch Güterzüge auf dieser Strecke.
Das soll sich nun ändern. Die Lappwaldbahn GmbH, die ihren Sitz auf dem Weferlinger Hauptbahnhof hat, will jetzt gemeinsam mit der Dampflok-Gemeinschaft Braunschweig Weferlingen auch Fahrten mit dem Triebwagen anbieten. " Anton ", wie der frisch restaurierte Esslinger Triebwagen getauft wurde, kann auf der Strecke eingesetzt werden, um Fahrgäste zu Veranstaltungen zu fahren. Der Wagen kann aber auch für Familien- oder Firmenfeiern gebucht werden. Der frisch hergerichtete Wagen hat im Mittelteil sogar eine Bar.
Lappwaldbahn-Geschäftsführer Marc Lewandowski und Sicherheitschef Volker Feldheim haben aber noch mehr Ideen, wie die alte Bahnstrecke zu neuen Ehren kommen kann. Bei einigen Vorhaben wird vor allem an Kinder gedacht. Vor Ostern könnte der Osterhase beispielsweise in der Nähe eines Bahnhofs an der Strecke Eier verstecken. In der Adventszeit steigt vielleicht der Nikolaus mit in den Zug ? Und fährt nicht der Zug sogar direkt durch einen Märchenwald ?
Für historisch interessierte Fahrgäste könnte es eine ostfälische Kirchentour mit Abstechern zu Gotteshäusern entlang der Bahnlinie geben. Schlösser, Burgen und Herrenhäuser sind ebenso Anziehungspunkte in der Region. Auch dazu könnte ein Sonderzug fahren.
Die Zugfahrten beim Bahnhofsfest am Sonntag waren ein Test. " Wir sind sehr zufrieden mit der großen Resonanz ", zog Marc Lewandowski am Abend ein erstes Resümee. Die Gäste sahen sich auch die anderen Fahrzeuge mit großem Interesse an. Gefragt waren die Mitfahrten auf dem Führerstand der gut 30 Jahre alten Lok, die ins niedersächsische Grasleben fuhr. " Ich habe jetzt zehn Fluchtversuche hinter mir, bin aber immer wieder gekommen ", scherzte Lokführer Toni Hübner, als ihn sein Kollege Jürgen Piontek ablöste.
Ein Ehepaar aus Haldensleben wollte wissen, ob denn auch an Dampflokfahrten gedacht werde. Die Dampflok-Gemeinschaft habe drei Dampfloks, von denen eine auch mit einigermaßen vertretbaren Kosten einsatzbereit gemacht werden könnte, erläuterte Lewandowski. Vielleicht kann sie schon im nächsten Jahr fahren.
Rund um den Bahnhof hatte der Weferlinger Partnerschaftsverein für Stände und bunte Unterhaltung gesorgt. Ein besonderer Höhepunkt war der Gesang von Kichka Slavova und Valeri Ignatov vom Folkloreensemble der bulgarischen Partnerstadt Svilengrad, die Lieder aus ihrer Heimat mitgebracht hatten. Kindertanzgruppen erfreuten die Gäste genauso wie die " Holzmühlentaler " aus Behnsdorf.
Sogar der Wettergott spielte mit. Zumindest bis 15 Uhr, als der Triebwagen zur letzten regulären Fahrt startete und von den " Holzmühlentalern " mit " Muss i denn " verabschiedet wurde, blieb es trocken. Der Regen schadete der Stimmung nicht.
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